HEBERDEN-ARTHROSE
Ursache der
Heberden-Arthrose
Bei der
Heberden-Arthrose sind meist Frauen nach der Menopause betroffen. Es liegt
eine genetische Disposition (angeborene Ursache) vor.
Andere Ursachen der
Heberden-Arthrose können wiederkehrende Verletzungen im Fingerendgelenk,
aber auch Fehl- oder Überbelastungen, Witterungseinflüsse wie Feuchtigkeit
und Kälteexposition, Wechselwirkungen von Psyche und Körper sowie
hormonelle und stoffwechselbedingte Ursachen haben.
Bei der angeborenen
Form der Heberden-Arthrose treten an den meisten Langfingern viele Knötchen
auf, die für diese Form charakteristisch (beweisend) sind.
Bei der erworbenen Form
der Heberden-Arthrose treten die Veränderungen im Bereich der
Fingerendgelenke meist nur an einzelnen Fingern auf.
Diagnose
der Heberden-Arthrose
Häufig kommen die
Patientinnen wegen starken Schmerzen in den Fingerendgelenken sowie
Bewegungseinschränkungen zum Arzt. Die sogenannten Heberden-Knötchen
stören meist auch wegen ihrer Hässlichkeit.
Klinische
Untersuchung bei Heberden-Arthrose
Ihr Arzt wird zunächst
eine genaue Anamnese (Krankheitsgeschichte) bei Ihnen erheben. Er wird auf
die verschiedenen auslösenden Ursachen zu sprechen kommen. Häufig treten
die Schmerzen bei monotonen Belastungen im Haushalt oder am Arbeitsplatz
auf.
Es wird eine genaue
Untersuchung erfolgen. Häufig können dadurch bereits schwere Erkrankungen
ausgeschlossen werden. Ggf. werden noch Laboruntersuchungen erfolgen, um z.
B. stoffwechselbedingte Ursachen der Heberden-Arthrose, z. B. erhöhte Harnsäure-Werte,
auszuschließen.
Auch können
rheumatische Erkrankungen ähnliche Bilder wie bei der Heberden-Arthrose
zeigen. Hier möchte ich auf die chronische Polyarthritis (Rheuma) als auch
auf die so genannten seronegativen rheumatischen Erkrankungen hinweisen.
Insbesondere bei der Psoriasisarthritis (Gelenkbeschwerden bei
Schuppenflechte) können ähnliche Veränderungen im Bereich der
Fingerendgelenke auftreten. Hier wird ihr Arzt genau nach Herden der
Schuppenflechte suchen. Diese können auch an versteckten Körperteilen wie
unter den Nägeln oder auf dem Kopf auftreten.
Ggf. werden noch zusätzliche
Laboruntersuchungen erfolgen, um die Heberden-Arthrose von anderen
Erkrankungen abzugrenzen. Danach wird der behandelnde Arzt eine Röntgenaufnahme der Hände veranlassen. Dort können ebenfalls Unterschiede zwischen Heberden-Arthrose und anderen Erkrankungen festgestellt werden.
Bei der
Heberden-Arthrose treten häufig kleine knöcherne Anlagerungen im Bereich
der Fingerendgelenke auf, die für diese Form der Verschleißerkrankung
typisch sind. Auf dem Röntgenbild erkennt man bei der Heberden-Arthrose
Gelenkspaltverschmälerungen sowie Ausziehungen und knöcherne
Randanbauten.
Therapie
der Heberden-Arthrose
Bei stark schmerzhaften
Veränderungen wird ggf. zunächst ein Medikament (Ibuprofen,
Diclofenac o. ä.) gegeben werden. Hier sollten Sie mit dem behandelnden
Arzt auch über evtl. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen zu anderen
Medikamenten sprechen.
Krankengymnastik bei
Heberden-Arthrose
Im Rahmen der
Krankengymnastik wird versucht, die Beweglichkeit vorsichtig wieder
herzustellen. Die Einschränkungen der Beweglichkeit können durch
aufdehnende Behandlungen im Rahmen der manuellen Therapie (Chirotherapie)
verbessert werden.
Ergotherapie bei
Heberden-Arthrose
Die Ergotherapeuten
werden ebenfalls versuchen, die Gebrauchsfähigkeit zu verbessern und
vermehrte Belastungen im Haushalt und Beruf zu vermindern. Als Schlagwort
gilt hier, dem Patienten Gelenkschutzmaßnahmen zu vermitteln.
Um Schmerzen zu lindern
und die Beweglichkeit zu verbessern, können Wärme-Anwendungen wie das
Kieskneten eingesetzt werden. Hierbei werden die Hände in warmem Kies oder
auch Sand bewegt. Dies fördert die Durchblutung, ernährt den Knorpel im
Gelenk besser und führt zu einer Lockerung der Gelenkkapsel.
Bei starken Beschwerden
können auch kleine Schienen eine Verbesserung erbringen.
Physikalische
Therapie bei Heberden-Arthrose
Es werden sowohl Wärme-,
als auch Kälte-Anwendungen eingesetzt. Bei stark schmerzhaften
Bewegungseinschränkungen bringt oft die Kältetherapie eine deutliche
Linderung.
Bei chronischen Formen
der Heberden-Arthrose sind Wärme-Anwendungen besser geeignet.
Außerdem können
Laser-Behandlungen, Ultraschall als auch schmerzlindernde Elektrotherapien
eingesetzt werden, ergänzt durch äußere Salbenverbände.
Röntgenreizbestrahlung
bei Heberden-Arthrose Bei diesem Verfahren wird eine bestimmte Röntgenstrahlung nur auf die schmerzhaften Gelenke gegeben. Oft hat dies eine deutliche Schmerzlinderung zur Folge. Bis auf eine geringe Strahlenbelastung finden sich hierbei keine Nebenwirkungen.
Radiosynoviorthese
bei Heberden-Arthrose
Bei diesem Verfahren
handelt es sich um eine Behandlung, die durch die Nuklearmediziner durchgeführt
wird. Es wird ein schwach radioaktives Material direkt in das Gelenk
gegeben. Dies hat oft eine deutliche Schmerzlinderung zur Folge.
Um Nebenwirkungen zu
vermeiden, muss das radioaktive Material direkt in das Gelenk gegeben
werden. Hierbei ist oft eine lokale Betäubung notwendig.
Über entsprechende
Nebenwirkungen sollte man vor der Behandlung mit dem behandelnden
Nuklearmediziner sprechen. Operation bei Heberden-Arthrose
Nur selten müssen
operative Maßnahmen eingesetzt werden. Nur bei ausgeprägter
Beschwerdesymptomatik wird die Versteifung im Bereich des Fingerendgelenkes
durchgeführt. Die Funktion der Hand wird hierbei kaum beeinträchtigt.
Auch hier sollte man
sich vor einer eventuellen operativen Behandlung von dem operativ tätigen
Orthopäden oder Handchirurgen über evtl. Nebenwirkungen sowie die
Nachbehandlung ausführlich informieren lassen.
Bis auf die operativen
Maßnahmen werden alle o. g. diagnostischen Maßnahmen und therapeutischen
Hilfen in der orthopädischen Abteilung der Klinik am Homberg durchgeführt.
Sie sollen Ihnen helfen, langfristig die Beschwerden und Schmerzen bei
Heberden-Arthrose zu vermeiden.
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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