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PSEUDOGICHT


Die Pseudogicht kommt besonders im mittleren und höheren Lebensalter vor.  

Die Pseudogicht wird häufig zusammen mit der Gicht, bestimmten Bluterkrankungen sowie Überfunktionen der Nebenschilddrüse beobachtet. Oft gibt es auch Zusammenhänge zwischen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie Erkrankungen der Nieren.  

Bei der Pseudogicht sind ebenso wie bei der Gicht Ablagerungen in den Gelenken zu finden. Es kann aber auch die Gelenkinnenhaut, die Sehnen, Bänder, die Menisken als auch die Bandscheiben betroffen sein.  

Die eigentliche Ursache ist nicht bekannt. Man vermutet lokale (örtliche) Stoffwechselstörungen. Die Pseudogicht kommt in bestimmten Familien häufiger vor.  

Bei der Pseudogicht kommt es zu Knorpelverkalkungen, die zu einer Arthrose (Verschleiß) von Gelenken führt oder aber auch akute Reizerscheinungen an den Gelenken hervorrufen kann, wenn die Kristalle in ein Gelenk einbrechen.  

Bei der Untersuchung unterscheidet man 4 Formen der Pseudogicht:

1.         Die akute Form (Pseudo - Gicht)

Diese ähnelt einem Gichtanfall. Häufig sind ein oder mehrere Gelenke betroffen. Am häufigsten kommt die Pseudogicht am Kniegelenk vor, es folgen die Sprung-, Hand-, Ellenbogen-, Hüft- und Schultergelenke. In der Regel bildet sich die Pseudo -Gicht aufgrund einer Chondrokalzinose spontan zurück.  

2.         Subakute (nicht plötzlich auftretende) Gelenkschmerzen

Hier kann es zu immer wieder auftretenden Schüben kommen, die über Wochen bis Monate anhalten.  

3.         Die chronische Form der Pseudogicht

Hier treten häufig Gelenkschmerzen auf. Es handelt sich hierbei um den häufigsten Verlauf (bei ca. 50 % der Fälle).  

4.         Die destruierende (zerstörerische) Form der Pseudogicht

Dies ist bei ca. 20 % der Fälle möglich. Innerhalb von Monaten können die Gelenke destruiert (zerstört) werden.  

Bei der klinischen Untersuchung finden sich je nach Form der Pseudogicht starke Beschwerden im Bereich der Gelenke. Es kann zu Störungen des Allgemeinbefindens mit Appetitlosigkeit, Krankheitsgefühl mit Fieber oder nur leicht erhöhten Temperaturen kommen. 

Der untersuchende Arzt wird nach einer ausführlichen Befragung und körperlichen Untersuchung ein Röntgenbild des betreffenden Gelenkes oder der Gelenke durchführen. Dort findet man häufig punkt- oder bandförmige Kalkniederschläge. Auf den Menisci der Kniegelenke finden sich Verkalkungen. Oft sind auch Verkalkungen an den Bandscheiben erkennbar.  

Diese Verkalkungen können sich nicht wieder zurückbilden.  

Bei der Blutuntersuchung zeigt sich die Blutsenkungsgeschwindigkeit oft erhöht, die weißen Blutkörperchen sind bei einem akuten Anfall der Pseudogicht erhöht. Ggf. wird noch eine Punktion des Gelenkes notwendig. Dort findet man dann bestimmte Kalkablagerungen (Kalziumpyrophospatkristalle). Diese sind beweisend für die Pseudogicht.

Die Pseudogicht muss unterschieden werden von der Gicht, der chronischen Polyarthritis (Rheuma) sowie von aktivierten Verschleißerkrankungen. 

Therapie der Pseudogicht

Die Behandlung der Pseudogicht kann lediglich symptomatisch erfolgen.  

Es können antirheumatische Mittel zur Schmerzlinderung, Reizminderung und Abschwellung gegeben werden. Evtl. wird Ihr Arzt nach Punktion eines Gelenkergusses ein Cortison-Präparat in das betroffene Gelenk spritzen. Dies erfolgt erst nach ausführlicher Beratung durch den behandelnden Arzt.  

Oft helfen auch physikalische Maßnahmen. Hier werden schmerzlindernde Elektrotherapien als auch die Kryotherapie (= Kältebehandlung) eingesetzt.  

Bei den chronischen Formen erfolgt die Behandlung analog der Verschleißerkrankungen.

Im Vordergrund steht hier wieder die krankengymnastische Einzelbehandlung, um die Gelenke zunächst zu entlasten und später einen gezielten Muskelaufbau durchzuführen. Zusammen mit der Ergotherapie wird in Einzeltherapie und Gruppenbehandlungen die Erlernung eines gelenkschonenden und –schützenden Verhaltens im Vordergrund stehen.  

Sollte noch zusätzlich ein Übergewicht bestehen, kann dies durch eine gezielte Ernährungsberatung als auch durch entsprechende Ernährungsformen reduziert werden. Dies bringt eine gute Entlastung der betroffenen Gelenke.  

In der Sporttherapie können geeignete Sportarten zur Gelenkschonung ausprobiert werden. Hier käme z. B. außer Schwimmen das Stick-Walking unter Benutzung von Teleskopstöcken in Frage. Unseren Patienten soll die Freude an sportlichen Betätigungen wieder gegeben werden.  

Im Bewegungsbad kann eine gute Entlastung erreicht werden.  

Oft kann der Orthopädie-Techniker durch entsprechendes Schuhwerk eine Entlastung der betroffenen Gelenke bei Pseudogicht erreichen. Hier kommen z. B. stoßdämpfende Absätze (Pufferabsätze) oder auch Änderungen im Bereich der Schuhsohle in Frage.  

Die o. a. diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sind in der Klinik am Homberg gegeben.  

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können.

Ihr Team von der Klinik am Homberg

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Aktualisiert: Juli 2010

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